INSEL INSTITUT ATLAS

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Åland

Åland (FI) // 1'580 km2 // ca. 5000 v. Chr. // A bzw. Aha Wasser, Wasser-Land // 29'000 Einw.
Überfahrt mit dem Partyschiff von Schweden Richtung Baltikum, entlang den Schären, ruhige See. Tiefe Preise lassen die Konsumation steigen, die Stimmung ebenfalls. Kurz nach Mitternacht Ausstieg in Mariehamn als einziger Gast, die Disco fährt weiter. In der Bevölkerung schlagen zwei Herzen in der Brust, schwedisch wird gesprochen, finnisch gewählt, die Insel behält seit knapp hundert Jahren friedvoll die Souveränität auf den meisten Gebieten. Der steuerfreie Einkauf lockt viele vom Festland an. Nicht heute, auf den Strassen ist es totenstill. Der Frühling lässt auf sich warten, die Sonne bleibt dafür bereits lange am Himmel und wenn sie untergeht, lässt sie den Abendhimmel geraume Zeit erröten. Licht und Landschaft sind sanft. Überall ist Wasser nah, klar und flach. Zahlreiche kleine Inseln bilden ein Archipel, welches mit Fähren erkundet werden kann. Viele der Inseln sind unbewohnt. Platz ist da, ob zu Land oder auf Wasser.


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Easdale

Easdale (UK) // 250'000 m2 // eas (Gaelic) Wasserfall, dal (Norse) Tal // 62 Einw.
Das Fahrzeug wird im Hafen von Ellenabeich stationiert. Mit dem zehnplätzigen Boot fährt der Fährmann mit Hund täglich mehrmals auf die gegenüberliegende, autofreie Insel. Die Fahrt dauert nur einige Minuten, entlang am alten, maroden Pier. Um das Hafenbecken reihen sich etwa zwanzig Häuser mit Sicht auf die grössere Schwesterinsel Seil. Easdale ist die kleinste permanent bewohnte Insel der inneren Hebriden und gehört zum Archipel der Slate Islands. Denn früher wurde auf diesen Inseln Schiefer abgebaut, die Steine sind noch überall präsent. Für den Gepäcktransport liegen Schubkarren auf der Wiese. Der Weg zu den weissen mit schwarzem Schiefer bedeckten Häuschen ist jedoch nicht weit. Die Insel lässt sich auf den diversen Trampelpfaden in knapp 30 Minuten umrunden. Mit Schiefersteinwerfen geht es allerdings etwas länger. Einmal im Jahr findet die Stone Skimming Championship statt, welche Teilnehmende aus der ganzen Welt anlockt. Im restlichen Jahr ist der Mittelpunkt des Dorfgeschehens das Puffer-Pub. Tagsüber kommen viele Leute mit der Fähre auf einen Kurzbesuch, das Essen ist vorzüglich. Der grösste Teil der Insel ist mit Wasser gefüllten Steinbrüchen bedeckt. Anstatt Schiefer abzubauen wird hier nun bei warmem Wetter drin geschwommen. Der 38 Meter hohe High Hill bietet wunderbare Weitsicht auf die anderen zahlreichen Inseln der inneren Hebriden. Sie glitzern schwarzgrün, der Himmel und das Meer strahlen gleichzeitig im schönsten Blau.


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Grande Europa

Frachtschiff (I) // 183 x 32 m // 1998 // 25 Pers. Besatzung
Sehnsuchtsvolles Warten im Hafen von Antwerpen, auf das eine Schiff, das mit Verspätung doch noch kommt. Es ist soweit, pünktlich mit dem Autoverlad ist Einlass. Kabinenbezug, Passagierin#1 in der Armatori. Gefahrencheckliste abhacken, was tun wenn Mann über Board? Nicht aus den Augen lassen und gleichzeitig Kommandobrücke informieren. Dann langes Warten im Hafen auf Ausschiffung. Reges Treiben, Auf- und Entladen während Stunden. Schiffserkundung, 10 Stockwerke mit 25 Mann Besatzung, Italiener und Filipinos. Sie sind mehrere Monate auf See, bevor es ein paar Wochen Landurlaub bei der Familie gibt. Am nächsten Morgen um vier geht's los. Erster Halt Southampton, Landgang. Samstagnacht in England, doppelter Whisky. Dann weiter, Ärmelkanal windig mit Regen. Die Tage halbwach verbringend, das Schaukel der Wellen macht unglaublich müde. Fixpunkte sind Mittag- und Abendessen, immer zur gleichen Zeit, immer vier Gänge, immer die gleiche Sitzordnung. Miteinander gesprochen wird wenig, die italienischen Nachrichten sind das Tor zu Welt und diese werden rege mit Zwischenkommentaren versehen. Die Küche, das Herz des Schiffs. Crew mag den Koch nicht, zu viele Kartoffeln. Kabine, Soggiorno, Deck (wenn es das Wetter erlaubt), Offiziersmesse, Kommandobrücke, das sind die täglichen Stationen. Die Tage mit in die Ferne, ins grosse blaue, grüne, graue Meer starren verbringen und sich die grossen Fragen des Daseins stellen. Mal ist es grossartig, mal will man unbedingt weg, egal wohin. Strasse von Gibraltar, Nebel, die eigenen Hand ist vor den Augen kaum ersichtlich. Einlaufen in Valencia, Lotse und Schlepper holen das Schiff sicher an die Anlegestelle. Die durchorganisierte Arbeit gepaart mit scheinbar ewigem Nichtstun lässt staunen. Wieder auf hoher See, ruhiges, tiefblaues Mittelmeer. Dann vor Salerno, warten auf den einzigen Anlegeplatz im Hafen. Runter vom Kahn, drei Meere und vier Häfen später. Abschiednehmen von der Crew. Sie ziehen weiter nach Südosten mit der Grande Europa, anschliessend wieder zurück, dort wo die Fracht wartet und Passagierin#1.


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Island

Island (IS) // 102'700 km2 // ca. 3. Jahrhundert n. Chr // Ísland von íss 'Eis' und land 'Land'// 340'000 Einw.
Ankunft an einem Nebelmorgen mit der Fähre in Seyðisfjörður, Festland nach dreitägiger Überfahrt. Kleine, bunt bemalte Häuser säumen die Bucht, niemand auf der Strasse. Winterfahrplan, der Bus kommt täglich, sofern es das Wetter zulässt. Über den Pass nach Egilsstaðir gelangt - Hotspot des Ostens mit 2'330 Einwohnenden und Inlandsflughafen. Das ist noch nicht das Ziel der Reise. Mit dem Green Thunder geht es weiter nach Stöðvarfjörður, auch als Kirkjuból bekannt, die Fish Factory wartet. Vor ein paar Jahren geschlossen, folgte ein zweistöckiges Kreativ-Zentrum, das belebt werden will - wie viele Orte in Island. In der Hauptstadt Reykjavík tummeln sich die Menschen, auf den restlichen 102'700 km2 waltet die Natur. Das Klima ist mässig, das Wetter launisch, die Leute davon geprägt. Nichts wirft sie so schnell aus der Bahn, weder Finanzcrashs noch Vulkanausbrüche. Fermentierter Hai, heisse Quellen und Schafwolle retten über die langen Winter. Die Tankstelle serviert die obligaten Hot Dogs mit lebensspendendem Filterkaffee. Neuerdings ziehen nebst Pferdeherden auch Touristenströme durch das Land. Im Sommer einmal Ringstraße und zurück. Im Winter ist es immer noch einsam, dunkel und Aurora Borealis zieht schimmernd am Nachthimmel vorbei.


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Møkster

Møkster (NOR) // 1.4 km2 // altnordisch 'Nebel oder Nieselregen' // 53 Einw.
Von Bergen aus dauert es mit dem Schnellboot nur knapp über eine Stunde und die Insel am Rande Norwegens mit Blick auf die weite Nordsee ist erreicht. Gleich am Hafen liegt äusserst praktisch das Café/Pub sowie der kleine Tante Emma laden. Mit dem Rucksack voller Lebensmitteln geht es am Badestrand, bunten Holzhäusern und Höfen, der Schule und Kirche vorbei, bis ganz ans andere Ende der Strasse, wo das braune Holzhaus mit Bullaugen auf einer Anhöhe sitzt. Eine perfekte Basis, um die Insel zu erkunden. Denn hinter diesem Haus beginnt der etwa vier Kilometer lange Küstenweg, welcher durch die wildere Seite der Insel führt. Auf den grossen Felsen ist der Weg ein Abenteuer, der jeden Tag begangen werden kann. Es gibt auch eine Abkürzung durchs Landesinnere, auf dessen Anhöhe die grünbewachsene Insel bestaunt werden kann. Allerdings wird der Nature Pool verpasst, der insbesondere zu den kälteren Jahreszeiten aktiv genutzt wird. Am anderen Ende des Weges liegt in einer geschützten Bucht der Sandstrand mit dem glasklaren Wasser, der gerade im Sommer zum Baden einlädt. Ebenso möchte mit den Kanus des Aktivitätsclub die Bucht erobert werden. Nach der Erfrischung folgt der fünfminütige Marsch zum Hafen. Mit den Menschen plaudern, noch ein Bier im Pub trinken und im Laden vorbei schauen. Entweder Küstenweg oder Strasse zurück und mit frisch gefangenem Fisch, endlosem Meeresblick den Abend auf der grossen Holzterrasse ausklingen lassen. Eine freilaufende Schafherde grast jeden Tag wo anders. In jeden Fjord stehen alte Fischerhäuschen, die von den Ansässigen noch für den Fischfang benutzt werden. Im Wasser tummeln sich nebst Fischen, Wale, Delfine und Tümmler. Trotz Strasse gibt es kaum Autos, gehen oder Boot, das sind die Fortbewegungsmitteln. Im Sommer verbringen Einige ihren Urlaub auf der Insel, ansonsten geht es gemächlich zu und her. Eine Ausnahme bildet ein Samstag im August. Da rennen Hunderte am Møkster Marathon um die Wette und werden vom Wegrand lautstark angefeuert. Mit Konzert, Speis und Trank wird das Ereignis abgerundet. Sie kommen jedes Jahr wieder, wer kann es ihnen nicht verdenken.


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Popp Insel

Nordsee (Muckle Skerry) // 750'000 m2 // 1977 // Popp // 1 Einwohnerin
Die Insel kann von überall her erreicht werden, denn eigentlich ist sie immer da, wo du bist. Das Wetter wechselhaft, die Landschaft vielversprechend. Grün, hügelig mit schroffen Felsenvorsprüngen. Niemand zu sehen und trotzdem nicht einsam. Möven ziehen kreischend über den Kopf, der rettende Unterstand immer mit dabei. Damit und zu Fuss lässt sich die Gegend durchstreifen. Am Abend im Windschatten noch den vorbeiziehenden Wolken zu winken. Ganz klar, nirgends lässt es sich tiefer schlafen, schöner erwachen und aktiver sein.


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Saffa Insel

Zürich (CH) // 3'000 m2 // 1958 // schweizerische Ausstellung für Frauenarbeit (SAFFA) // unbewohnt
Über eine Brücke Fuss auf die Insel gesetzt. Ein milder Winternachmittag. Das Wasser liegt ruhig da, der Himmel ist bedeckt, leichter Regen fällt. Keine Sitzbänke stehen Spalier, nichts lädt zum Verweilen ein. Eine angedeutete Grillstelle verspricht mehr Aktivität zu wärmeren Jahreszeiten. An diesem ruhigen Nachmittag ist es kaum vorstellbar, dass hier einst Pavillons Tausende von Besuchenden angezogen haben. 'Lebenskreis der Frau in Familie, Beruf und Staat' lautete das Motto der zweiten Schweizerischen Ausstellung für Frauenarbeit. Die Insel wurde eigens dafür aus dem Aushubmaterial eines naheliegenden Tunnels geschaffen. Ein Kreisweg umrundet die Insel noch heute. Auf dem kreuzen vereinzelt Joggende in grell bunten Trainingsanzügen den Weg. Schwäne und Enten suchen auf der Wiese ihren Schlafplatz. Durch den Gully fliesst das angestaute Regenwasser wieder zurück in den See.